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Gebrauchtwagenkauf: So geht's!

Brauchst du ein Auto? Planst du, einen Gebrauchten zu kaufen? Ob von privat, beim Händler oder im Internet: Wir nennen die wichtigsten Fakten für den Autokauf. 

Kauf von privat

Beim Kauf von privat solltest du bedenken, dass sich in den meisten Fällen zwei Laien gegenüberstehen. Du solltest darauf achten, ob der Verkäufer einen vertrauenswürdigen Eindruck erweckt, etwa ob er bereit ist, mündliche Zusagen schriftlich zu bestätigen.

Auch die Fahrzeugdokumente können wichtige Hinweise auf die Seriosität des Verkäufers liefern, z.B. wenn kein oder nur ein lückenhaftes Inspektions-Scheckheft vorliegt. Beim Prüfen des Fahrzeugs solltest du bei einem Rundgang möglichen versteckten Mängeln nachgehen. Ein nicht gewaschenes Fahrzeug erschwert die Kontrolle der Karosserie-Oberfläche. Sind etwa die Reifenflanken mit schwarzer Reifenfarbe geschwärzt, können damit Alterungsspuren der Reifen kaschiert worden sein. Glänzt im Motorraum alles wie neu, könnten Leckstellen verheimlicht werden. Zudem nimmst du am besten eine erfahrene Person, im Idealfall einen Experten zur Begutachtung mit.

Ebenso wie der Händler muss ein privater Verkäufer grundsätzlich für Sachmängel haften, er kann diese Haftung im Vertrag jedoch vollständig ausschließen. Fast alle im Handel erhältlichen Vordrucke enthalten einen entsprechenden Ausschluss. Ansprüche bestehen nur dann, wenn ein Mangel nachweislich arglistig verschwiegen wurde oder der Verkäufer (am besten schriftlich) bestimmte Eigenschaften des Fahrzeugs bestätigt hat (z.B. Zubehör, Unfallfreiheit). Ein solcher Haftungsausschluss ist nicht zulässig, wenn der Verkäufer ein Unternehmer ist und den Wagen an eine Privatperson verkauft. Beim Verkauf von Unternehmer an Unternehmer ist der Ausschluss erlaubt.

Kauf beim Händler

Der Kauf beim Händler bietet den Vorteil, dass dieser mindestens ein Jahr für Sachmängel haften muss. Die Frage der Mangelhaftigkeit muss aber immer anhand des Einzelfalls geklärt werden. Vor einer längeren Anfahrt sollte der Verkäufer schriftlich bestätigen, dass das Fahrzeug noch bei ihm steht. Ratsam ist es, die Suche nicht auf ein Wochenende oder kurz vor den Feierabend zu legen, wenn Zeitdruck herrscht.

Anzeichen für die Seriosität eines Händlers können sein, dass es sich um einen Markenhändler handelt oder er das Zusatzzeichen „Meister des ZDK“ führt. Wichtig ist, dass der Text des Inserats und die mündlichen Aussagen mit dem schriftlichen Kaufvertrag übereinstimmen. Du solltest also diesen genau lesen.

  • Händler sprechen mögliche Mängel nicht immer von sich aus an; im Vertrag sollte festhalten werden, welche Mängel vom Verkäufer behoben werden.
  • Der Käufer sollte nach fälligen Inspektionen oder anstehenden Reparaturen fragen. Er sollte nachhaken, wenn das Serviceheft nicht vorhanden oder unvollständig ist.
  • Der Käufer kann einen Ausdruck der sogenannten Fahrzeughistorie verlangen, auf die Markenhändler für Gebrauchtwagen ihrer Vertragsmarke in der Regel Zugriff haben. Sie gibt Aufschluss über Wartungs- und Reparaturarbeiten und ersetzt oft das Serviceheft, sofern die Arbeiten durchgängig beim Markenhändler erfolgt sind.
  • Der Händler muss den Bericht der Hauptuntersuchung und den Abgastest vorlegen.
  • Der Käufer sollte das Alter der Reifen überprüfen; bei Reifen, die älter als zehn Jahre sind, ist mit einer deutlichen Verschlechterung der Hafteigenschaften zu rechnen. Weiter sollte er nach kostenlosen oder preisgünstigen Zugaben fragen, wenn der Händler keinen Preisnachlass gewährt.

Vorsicht vor Händlern, die die Sachmängelhaftung umgehen wollen oder das Auto als „Bastlerauto“ verkaufen. Bedenklich ist es, wenn ein Fahrzeug als Schrottauto deklariert wurde, obwohl der Zustandsbericht das Gegenteil sagt. Eine Gebrauchtwagengarantie ist trotz Sachmängelhaftung nicht überflüssig, weil die gesetzlichen Ansprüche immer nur Mängel betreffen, die bei der Fahrzeugübergabe vorlagen.

Kauf im Internet

Hier gilt es, die Homepage des Vertragspartners genau anzusehen und das Impressum zu prüfen. Seriöse Unternehmen informieren über ihre Identität. Die Postanschrift sollten angegeben und die Geschäftsbedingungen verständlich sein. Angebot und Bestellung sollten ausgedruckt werden, um beweisen zu können, was tatsächlich vereinbart worden war. Ratsam ist es also, sich schon im Vorfeld viele Informationen vom Fahrzeug schicken zu lassen. Ist eine längere Anfahrt zum Händler nötig, besteht Anspruch auf Schadensersatz, falls sich die Angaben zum Fahrzeug als falsch erweisen. Falsche Angaben im Internet stellen eine unlautere Bewerbung dar.

Gerade im Internet versuchen Betrüger immer wieder Kaufinteressierte abzuzocken. Grundsätzlich solltest du unter keinen Umständen Geld an- oder überweisen, bevor du nicht die Gegenleistung in Form des Kfz erhalten hast. Die Betrüger haben ihre Methoden über viele Jahre hinweg verfeinert, womit gerade für einen ungeübten Autokäufer erhebliche Gefahren bestehen, auf einen der Tricks hereinzufallen. Also Augen auf!

Achtung Probefahrt

Wenn du den Wagen testen willst, dann bietet sich eine Probefahrt an. Dabei ist es wichtig, eine Begleitperson mitzunehmen und nicht allein auf Tour zu gehen. Die Fahrt sollte auf jeden Fall bei Tageslicht stattfinden, damit du Mängel und Schäden am Fahrzeug erkennen kannst und eine gute Sicht hast. Vor der Probefahrt solltest du dich dringend nach dem Versicherungsschutz erkundigen, der für diesen Wagen besteht, nach der Vollkaskoversicherung fragen und nach einer möglichen Selbstbeteiligung, die du im Schadensfall bezahlen musst.

Wenn kein Versicherungsschutz vorliegt, solltest du dies an Ort und Stelle schriftlich mit dem Verkäufer regeln, wer das Haftungsrisiko trägt und wer bei einem Schaden die Kosten der Selbstbeteiligung trägt. Das ist vor allem wichtig, wenn du das Auto von privat kaufen willst. Außerdem solltest du dem Verkäufer den Namen deiner Begleitperson geben, damit sie über die Haftpflichtversicherung mitversichert ist.