young_generation

Neue Regeln für Motorradbekleidung bei Ausbildung und Prüfung

Die meisten Fahrschulen lassen dich als Fahrschüler ohne Schutzkleidung gar nicht erst auf das Motorrad und bieten für die Führerschein-Ausbildung Leih-Schutzkleidung an. Seit Mai 2014 darfst du aber auch bei hochsommerlichen Temperaturen keine Ausbildungsfahrt oder Prüfung mehr in Jeans fahren, denn nun gilt diesbezüglich eine neue gesetzliche Regelung.

Fahrschüler, die auf dem Fahrschulmotorrad für den Erwerb der Führerscheinklassen A, A1, A2 oder AM unterwegs sind, müssen seit Mai 2014 bei ihren Fahrten geeignete Motorradschutzbekleidung tragen. Die gesetzliche Regelung der Kleinderordnung während aller Ausbildungsfahrten und bei der praktischen Prüfung ist neu.

Eine geeignete Motorradschutzbekleidung besteht aus:

  • passendem Motorradhelm,
  • Motorradhandschuhen,
  • eng anliegender Motorradjacke,
  • Rückenprotektor, falls nicht in Motorradjacke integriert,
  • Motorradhose,
  • und Motorradstiefeln mit ausreichendem Knöchelschutz.


Da keine verbindliche Norm für die Schutzbekleidung genannt ist, solltest du aus Sicherheitsgründen bei der Anschaffung deiner Schutzkleidung darauf auchten, nur einen nach ECE-R 22/05 geprüften Motorradhelm zu kaufen und nur Protektoren mit einer CE-Prüfung (Norm 1621-2) zu tragen.

Bist du bereits Führerscheinbesitzer, ändert sich nichts!

Welche Motorradschutzausrüstung du beim Zweiradfahren benutzt ist zum größten Teil deine persönliche Entscheidung. Wir empfehlen dir, nie ohne Schutzkleidung auf dein Zweirad zu steigen. Nur ein Mindestmaß an Schutzausrüstung ist per Gesetzt geregelt und vorgeschrieben.

Hier ein kleiner Überblick zu den Vorschriften rund um die Motorradschutzausrüstung.


Helmpflicht
Auf Krafträdern mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h hast du die Pflicht, während der Fahrt einen geeigneten Schutzhelm zu tragen.
Die Frage, was ein "geeigneter Schutzhelm" ist, wurde 1990 durch die ECE-22 Norm konkretisiert. Durch die damals neu eingeführte ECE-Norm wurde ein europaweit einheitlicher Level in Hinblick auf die Sicherheit von Schutzhelmen eingeführt.

Bußgeld bei Fahrten ohne Helm
Wenn du während der Fahrt keinen geeigneten Schutzhelm trägst, kann ein Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro erhoben werden.
Einfach zu beurteilen sind die Fälle, in denen überhaupt kein Helm getragen wird. Schwieriger sind die Fälle, in denen ein Motorradfahrer mit Braincap, Stahlhelm, Bauarbeiterhelm oder Fahrradhelm fährt und meint, dies sei ein "geeigneter Schutzhelm" und daher ein Verwarnungsgeld nicht akzeptiert.
In den meisten Fällen kommt es hier jedoch nicht zu einer gerichtlichen Entscheidung, da die Gerichte in solchen Bußgeldverfahren den Betroffenen meist mitteilen, dass zu dieser Frage ein Sachverständigengutachten mit Materialprüfung gemacht werden muss.
Bei dieser gutachterlichen Prüfung würde der "Helm" so beschädigt oder gar zerstört werden, dass ein neuer fällig wäre, was teurer als das Verwarngeld ist. Zum anderen kommen solche Gutachten meist zu dem Ergebnis, dass solche Helme keinen geeigneten Schutz darstellen und damit hat der Betroffene ein immenses Kostenrisiko, wenn er eine solche Begutachtung in Auftrag gibt und mit seiner Meinung letztendlich unterliegt.

Nur ein Helm nach der ECE-22 Norm genügt den gesetzlichen Anforderungen. Du solltest also darauf achten, dass dein Helm in jedem Fall einen entsprechenden Aufnäher im Helmfutter oder auf dem Kinnband hat.

Weitreichendere zivilrechtliche, finanzielle und gesundheitliche Folgen kann das Tragen eines ungeeigneten oder gar keines Helmes bei einem Unfall haben. Nährere Infos dazu findest du hier.

Muss die gegnerische Kfz-Haftpflicht nach einem Unfall einen neuen Helm zahlen?

Die Versicherer sind oft bestrebt, einen Abzug "Neu für Alt" bei der Erstattung des Helmes geltend zu machen, mit der Begründung, dass der Helm eine begrenzte Nutzungsdauer hat und mit dem Erwerb eines neuen Helmes ein Vermögensvorteil verbunden ist.
Die Rechtsprechung ist bei diesem Problem jedoch zurückhaltender.
In mehreren Gerichtsentscheidungen der vergangenen Jahre wurde hierbei als Maßstab ein Wertverlust von 20 % pro Jahr als akzeptabel anerkannt. Darüber sollte der Abzug nicht hinausgehen.

Gesetzliche Anforderungen zur Schutzkleidung

Es gibt keine gesetzliche Norm, die das Tragen von Schutzkleidung für Zweiradfahrer - außerhalb der Fahrausbildung und praktischen Prüfung - vorschreibt. Daher kann das Nichttragen von Schutzkleidung auch nicht bestraft werden.
Es gibt für Schutzkleidung und insbesondere für Protektoren nur verschiedene europäische Normen (EN 1621-1 und EN 1621-2), welche die Qualitätsanforderungen bei Schutzpolstern und Protektoren regeln.
Dennoch solltest du zur eigenen Sicherheit immer mit Schutzkledung fahren. Mehr Infos dazu findest du hier.

Obwohl also gesetzlich eine Schutzkleidung nicht vorgeschrieben ist, gibt es im erste gerichtliche Entscheidungen, bei denen das Nichttragen von Schutzkleidung im Falle eines unverschuldeten Unfalls zu einer Mithaftung führte. Mehr Infos dazu findest du hier.