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Radeln in Winter: richtig vorbereitet sicher ans Ziel!

Quizfrage: Was fehlt hier? Richtig: Leider verzichtet dieser Fahrer auf helle Kleidung. Sein Rad ist ohne eine funktionierende Beleuchtung zudem nicht verkehrssicher. Immerhin schützt er sich mit Helm und Handschuhen.

Morgens raus in die Finsternis, abends zurück - schon wieder im Dunkeln: der Winter lässt grüßen. Du wirst jetzt auf deinem Radweg zur Schule, zur Arbeit oder in die Uni deutlich schlechter gesehen als im Sommer. Zusätzlich ist die Rutschgefahr beim Radfahren erhöht, durch nasse Blätter oder Schnee und Eis im Winter. Wenn dein Fahrrad in der dunklen Jahreszeit dein Fortbewegungsmittel ist, kannst du selbst dafür sorgen, dass du sicher ankommst. Hier sind unsere Tipps:

Helles Outfit mit Reflektoren

  
Die üblichen dunklen Winterjacken und dunklen Jeans „verschlucken“ geradezu das wenige vorhandene Licht. Ein Autofahrer nimmt dich deshalb frühestens aus 25 Metern Entfernung wahr. In der düsteren Jahreszeit ist helle Kleidung daher extrem wichtig, damit du als Radfahrer für andere Verkehrsteilnehmer erkennbar bist.
Zusätzlich erhöhen reflektierende Applikationen an deiner Jacke oder an deinem Rucksack deine Sichtbarkeit, da diese Reflektorstreifen einen auftreffenden Lichtstrahl ohne Streuung zurückwerfen. Ein Autofahrer kann dich so schon auf ca. 140 Meter Entfernung wahrnehmen und frühzeitig reagieren. Optimal sind Reflektoren an mehreren Stellen deiner Kleidung, die in verschiedenen Richtungen zeigen. Damit werden auch deine Bewegungen sichtbar.

Im Winter noch wichtiger: gute Reflektoren und funktionierende Strahler.

Licht und Reflektoren am Fahrrad
 
Natürlich sollte auch die Beleuchtungsanlage an deinem Fahrrad in Herbst und Winter fehlerlos funktionieren. Überprüfe, ob dein Frontstrahler und dein Heckstrahler am Rad tatsächlich leuchten, Akkus und Batterien aufgeladen sind, bevor die los fährst. Nicht nur an deine Kleidung, auch an dein Rad gehören gute Reflektoren: entweder „Katzenaugen“ in den Speichen, Speichenclips oder Reflektorstreifen seitlich am Reifenmantel sowie ein weißer Reflektor der nach vorne und ein roter Reflektor, der nach hinten ausgerichtet an deinem Rad montiert ist.

Atmungsaktive Kleidung
 
Draußen ist es jetzt morgens oft kalt, gegen Mittag aber wärmer. Die richtige Kleidung hält dich warm und schützt gleichzeitig trotz der sportlichen Aktivität vor übermäßigem Schwitzen. Das „Zwiebel-Prinzip“ ist für dich als Radfahrer die ideale Bekleidungsstrategie: mehrere dünne Lagen übereinander gezogen wärmen so gut wie ein dicker Pullover, du kannst sie aber schichtweise ausziehen, wenn es wärmer wird.
Unten drunter, auf der Haut, solltest du feuchtigkeitsregulierende Kleidungsstücke tragen. Entscheidend ist hier das Material: Kunstfaser oder Wolle leiten Schwitznässe direkt ab, Baumwolle nicht! Die Schichten darüber wählst du je nach Bedarf. Sie sollten möglichst aus atmungsaktiven Stoffen sein und genug Bewegungsfreiheit bieten.
Deine Jacke als oberste Schicht sollte winddicht und wasserabweisend sein, hell und mit Reflektoren ausgestattet (siehe oben).Es gibt auch spezielle Überziehhosen und -schuhe, die vor Schmutz und Nässe schützen, wenn du zur Arbeit in Büro-Outfit unterwegs sein musst.

Handschuhe

 
Damit dir der Fahrwind die Finger am Lenker nicht steif werden lässt, sind im Herbst und Winter Handschuhe wichtig. Hier gibt es spezielle Handschuhe für Radfahrer, winddicht, wasserabweisend und mit reflektierenden Streifen ausgestattet. Sie sorgen für Sicherheit, nicht nur, weil deine Hände warm bleiben und du die Finger schnell an die Bremse oder Schaltung bekommst, sondern auch weil du dich als Radfahrer mit Handzeichen verständigen musst und dabei nicht übersehen werden darfst. Fäustlinge solltest du allerdings nicht tragen, da sie das Schalten und Bremsen erschweren.

Helm und Mütze
 
Auch dein Helm sollte eine helle Farbe haben und mit Reflektorstreifen ausgestattet sein. Vor allem aber gilt: Auch wenn du im Sommer ein Helmmuffel bist, trage ihn im Winter bei jeder Fahrt, denn die Gefahr auszurutschen und zu stürzen ist höher als auf trockener Strecke. Der Helm als Kopfschutz ist unbedingt zu empfehlen, gerade im Herbst und Winter!
Für wohlige Wärme am Kopf gibt es atmungsaktive, dünne Unterziehmützen, die du unter dem Helm tragen kannst.
Normale, dicke Mützen sind unter einem Fahrradhelm nicht ratsam. Dein Helm kann auf der Wollmütze verrutschen oder den Helm zu weit vom Kopf abstehen lassen.
Deine Mütze darf dein Hörvermögen nicht beschränken und der Helm muss sich gut darauf befestigen lassen, d.h. er darf bei geöffnetem Verschluss nicht auf dem Kopf wackeln.
Ein wärmendes Halstuch schützt bei kalten Temperaturen Hals und Ohren. Bei starkem Regen empfiehlt sich ein atmungsaktiver, wasser- und windabweisender Helmüberzug.

Luftdruck und Sattel senken, weiche Bremsbelege

Bei Schnee solltest du den Luftdruck deines Rades auf das zulässige Mindestmaß senken und Luft aus den Reifen lassen. Dadurch verschleißen die Reifen zwar schneller und du hast höheren Tretaufwand, aber die größere Kontaktfläche der Reifen auf der Straße sorgt für mehr Halt. Du kannst auch spezielle Winterreifen aufziehen und damit für mehr Grip sorgen. Für geübte Fahrer und stark vereiste Straßen gibt es sogar Spikereifen, deren Metallstifte sich mit der Oberfläche der Straße verzahnen und so für Stabilität sorgen.

Um in rutschigen Situationen schneller zum Stehen zu kommen, kannst du als Kurzstreckenfahrer bei winterlichen Straßenverhältnissen auch den Fahrradsattel etwas niedriger stellen. Dadurch erreichen deine Füße den Boden entscheidende Zehntelsekunden schneller.

Übrigens: Weiche Bremsbeläge nutzen sich zwar schneller ab, greifen aber im Winter bei Kälte deutlich besser als hartes Gummi. Nutzt du dein Rad im Winter häufig, empfiehlt sich also auch ein Austausch der Bremsbeläge.

Besonnene Fahrweise

Die schmalen Reifen deines Fahrrades haben auf nasser oder schneebedeckter Strecke kaum Grip. Du solltest daher in der dunklen Jahreszeit deutlich langsamer fahren als sonst und dich entsprechend nicht in die Kurven legen, sonst rutscht dir dein Rad weg. Auch die Bremsen fassen bei Eis und Nässe nicht so direkt, wie bei trockenen Felgen: dein Bremsweg wird deutlich länger. Fahre also grundsätzlich vorsichtiger, damit du rechtzeitig auf brenzlige Situationen reagieren und bremsen kannst und so Stürze vermeidest. Das heißt, dass du im Herbst und Winter schlicht längere Fahrzeiten einplanen musst, um unterwegs nicht gefährlich in Eile zu kommen. Ein paar Minuten früher aufzustehen, macht im Winter deinen Radweg zum Ziel einfach sicherer!

Unser Film zum Thema Sichtbarkeit zeigt dir noch einmal, wie wichtig helle Kleindung und Reflektoren sind!