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Tuning für's Zweirad


Für den explodierenden Nach- und Umrüstmarkt gilt: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Jeder möchte aus seinem "Baby" ein besonders auffälliges oder hochwertiges Einzelstück machen.
Dabei werden oft weder Kosten noch Mühen gescheut. Doch manches mit Stolz vorgeführte Neuteil entspricht streng genommen nicht den Zulassungsbestimmungen und brockt dem Fahrer bei der nächsten Polizeikontrolle oder beim nächsten TÜV-Termin richtig Ärger ein. Im ungünstigsten Fall verliert er auch den Versicherungsschutz, was bei einem Unfall eine ordentliche Stange Geld kosten kann.

Tuning
Ein besonders heikles Thema ist das Roller- bzw. Moped-Tuning, egal ob es das Fahrwerk oder den Motor betrifft. Selbst vorgenommene Änderungen an Motor, Antrieb, Kupplung, aber auch an Federbein und Gabel sind grundsätzlich nicht erlaubt.

Was das Fahrwerk anbelangt, gibt es jedoch eine ganze Reihe von Verbesserungsmöglichkeiten, die allesamt mit einem TÜV-Gutachten, also einer ABE, ausgeliefert werden. Hier ist für Laien ratsam, sich an erfahrene Fahrwerkstüftler zu wenden, die mit Federelementen Erfahrungen gemacht haben. Aber auch für geübte Selbstschrauber ist so ein Federbein-Umbau gar kein Thema.
Beim Motor wird's schon komplizierter, hier kann man praktisch nicht selbst Hand anlegen. Aber einzelne Tuning-Firmen bieten die Möglichkeit, mit professioneller Bearbeitung dem Scooter etwas mehr Leben einzuhauchen und die höhere Leistung auch gleich vom TÜV abnehmen zu lassen. Diese Variante ist zwar nicht immer billig, dennoch allemal der Hinterhof-Schrauberei ohne Garantie und Zulassung vorzuziehen. Denn über zwei Dinge sollte sich jeder im Klaren sein:
Verursacht man mit einem frisierten Roller ohne Zulassung einen Unfall, kann das richtig teuer werden. War der Umbau schuld an dem Unfall oder hat er die Unfallfolgen erschwert, muss die Versicherung nicht zahlen.
Ebenfalls bitter: Wenn der Roller nach dem Motortuning in die nächsthöhere Leistungsklasse fällt, für die der Halter gar keinen Schein hat. Im Falle einer Polizeikontrolle wird das als "Fahren ohne Fahrerlaubnis" geahndet und dann ist der Lappen erstmal weg und der Autoführerschein rückt in weite Ferne.

Zier und Anbauteile, Zulassung
Schwierig wird's auch bei allen Anbauteilen, selbst wenn sie augenscheinlich nur der Optikverbesserung dienen und scheinbar keinen direkten Einfluss auf die Fahrtechnik haben. Als Faustregel gilt: Alles, was im Fahrzeugschein und im –brief vorgegeben ist, darf man nicht verändern. Wichtig: Das meiste Zubehör muss vom TÜV oder einer entsprechenden Prüfstelle freigegeben sein. Dies erkennt man daran, dass dem Produkt eine "Allgemeine Betriebserlaubnis", kurz ABE, beiliegt. Diese sollte der Halter immer dabei haben, um zu beweisen, dass sein Zubehör straßenzugelassen ist. Oder man lässt das Anbauteil beim TÜV abnehmen, das heißt, einfach zur Prüfstelle fahren und das angebaute Teil begutachten lassen. Ob es grundsätzlich unkritisch ist und ob es zudem korrekt angebaut wurde, wird dort entschieden. Der TÜV trägt das neue Teil dann in die Fahrzeugpapiere ein. Das kostet allerdings etwas.

Scheinwerfer
Besonders beliebt sind Zusatzscheinwerfer, die in allen Größen, Preisklassen und Spielarten zu haben sind. Doch auch da gibt es feste Regeln, die in den Zulassungsbestimmungen festgeschrieben sind. Beispielsweise dürfen Einspurfahrzeuge, also Roller und Motorräder, lediglich einen Nebelscheinwerfer zusätzlich anbringen und dieser darf nicht höher sein als das Abblendlicht. Deshalb vertraut man sich am besten den Profis der Prüfinstitute an - die wissen aus dem Effeff, was geht und was verboten ist. Das gilt auch für Sitzbänke und Windschilder: Nicht alles, was es gibt, darf man auch anbauen.

Lackierung
Völlig frei ist jeder Halter bei der Lackierung – hier kann man sich die teuersten, ausgefallensten Airbrush-Motive auflackieren lassen oder coole Sprüche aufsprühen. Tabu sind nur die Signalfarben der Polizei und Feuerwehr. Weder der TÜV, noch die Polizei, allenfalls vielleicht die Eltern dürfen da reinreden. Unkritisch sind in der Regel ebenfalls die sehr beliebten Zier- und Chromleisten, wenn sie die Breite des Rollers nicht erhöhen.

Customscooter
Ausgefallene Airbrushs, Motorradlenker und große Auspuffanlagen - beim Roller Customizing ist Kreativität gefragt. Was heißt das eigentlich - Roller Customizing?

Auch bekannt unter dem Namen "Aufmotzen", "Pimpen", "Tunen" - wobei hier nicht wie beim normalen Tuning zwangläufig von der Leistung des Rollers gesprochen wird, wichtig ist hier vor allem auch die Optik. Aber natürlich spielt auch die Technik kein unerhebliche Rolle.

Für alle, die gerade ein solches Projekt planen, mittendrin stecken oder sich einfach mal schlau machen wollen, haben wir einen Erfahrungsbericht unseres Partners SIP Scootershop. Die Jungs haben einen Customscooter N8RO "gepimpt".

Zu Beginn ist generell wichtig: Gedanken machen über Optik und Technik des Fahrzeugs. Die Basis entscheidet dann auch über die Optik!

Schnell ist klar, dass ein Super-Moto inspirierter Racer her muss. Der MBK Nitro von Yamaha Aerox ist dafür genau der Richtige. Eine gemeine Giftspritze, voller Spannung und Dynamik. Ein echter Racer eben. Der Scooter soll einen High-End-Motor und eine neue Racing-Lackierung bekommen.

Mit der Optik wird angefangen:

1. Zuerst ersetzen wir die original Verkleidungsteile durch einen Mix aus TNT und BCD Bodywork Parts. Diese Teile lassen sich prima kombinieren und man kann den Roller sehr individuell gestalten. Pflichtelemente waren Doppeloptik, Unterbodenspoiler, Race Kotflügel. Die Sozius Abdeckung stammt aus der kleinen Edeltuningschmiede KIESLER.

2. Ein Bekannter designt die Lackierung. Super: Nach einigen Skizzen und Vorentwürfen kommt eine Design-Lackierung im Supermoto Design heraus, wie er sie auch bei künftigen Harley-Racern verwenden möchte. Die Farben stammen von der US-Firma HOUSE OF KOLORS, einem Spezialanbieter für Custom- und Effektlacke. Alles was teuer und schön ist in der Harley- und US Car Szene ist mit HOK-Farben realisiert.

3.Der N8RO erhält große Orangeflächen mit Goldglitter. Die weißen Bereiche sind Perlmutt, teils bedeckt von großen silbernen Blades, die den N8RO wie eine echte Waffe wirken lassen. Dabei wird Airbrush mit handgezogenen Pinsel-Elementen kombiniert.

Anschließend machen wir mit Performance & Style weiter:


1. Um die erwartete Leistung von zirka 25 PS zu handeln, wird das Fahrwerk durch FOURNALES Gasdruck-Stoßdämpfer aus Frankreich optimiert. Keine Feder und eine sehr progressive Charakteristik geben dem N8RO Motorradfahreigenschaften! Die High-Jacker lassen den Scooter noch agressiver wirken als eine sprungbereite Katze.

2. Die vordere Gabel wird um 5cm tiefer gelegt.

3. Die sportliche Bereifung stammt von CONTI, der „Twist" hat einen hohen Positivanteil und eine sehr weiche Gummimischung - für besten Kurvengrip!

Und vor uns steht der absolute Racing-Hammer!