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Die 10 häufigsten Verkehrsirrtümer

ADAC: Die Wahrheit über Verkehrsregeln

Hast du auch schon mal mit Freunden über ein Thema diskutiert und warst dir ganz sicher, Recht zu haben? Gerade bei Fragen zum Straßenverkehr halten sich hartnäckige Gerüchte. Wir sagen dir, was stimmt.

Die Rettungsgasse für Einsatzkräfte muss dann gebildet werden, wenn die Fahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn von hinten ankommen.

Nein, sie muss bereits bei stockendem Verkehr gebildet werden, damit die Einsatzkräfte jederzeit freie Bahn haben. Die Autos auf der linken Spur fahren ganz links, Fahrzeuge auf der rechten nach rechts. Bei dreispurigen Autobahnen wird die Gasse zwischen linker und mittlerer Spur gebildet. Der Pannenstreifen bleibt möglichst frei.

Bei der Auffahrt auf die Autobahn gilt das Reißverschlussverfahren.

Keineswegs. Das Reißverschlussverfahren ist nur angesagt, wenn eine Fahrspur wegfällt, nicht aber auf dem Beschleunigungsstreifen. Wer auf die Autobahn auffährt, muss die Fahrzeuge auf der Autobahn passieren lassen und seine Geschwindigkeit entsprechend anpassen.

Motorräder dürfen nicht auf Parkplätzen und -buchten abgestellt werden, weil diese für Autos reserviert sind.

Falsch. Bikes dürfen überall dort stehen, wo Parken durch Zeichen 314 (weißes „P“ auf blauem Grund) erlaubt ist. Das gilt auch, wenn die Motorräder aufgrund ihrer Größe nicht den gesamten Parkplatz benötigen. Ausnahme: Wenn durch ein Zusatzschild nur Pkw erlaubt sind, müssen sich Motorradfahrer einen anderen Stellplatz suchen.

In den Wintermonaten gilt in Deutschland Winterreifenpflicht.

Falsch. Die Winterreifenpflicht hat nichts mit einem bestimmten Zeitraum zu tun, sondern richtet sich nach den Wetter- und Straßenverhältnissen. Danach sind Sommerreifen bei „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ verboten. Bei Verstößen drohen Geldbußen bis 80 Euro und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg.

Bei Stau dürfen Autofahrer auf dem Pannenstreifen bis zur nächsten Ausfahrt fahren – wenn es eine kurze Strecke ist. 

Nein. Der Pannenstreifen auf der Autobahn ist für defekte Fahrzeuge reserviert. Wer ihn nutzt, um bei einem Stau schneller voranzukommen, muss mit 75 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. Das Verbot gilt nicht, wenn Polizeibeamte oder Zeichen 223.1 („Seitenstreifen befahren“) die Spur freigeben.

Fahrverbote im Ausland gelten nicht in Deutschland.

Korrekt. Wenn Du ein Fahrverbot im Ausland kassiert hast, darfst du in
Deutschland weiterfahren, die Strafe gilt nur in dem Land, in dem sie verhängt
wurde. Aber aufgepasst: Wer trotz Verbot dort fährt, dem drohen bei Kontrollen hohe Geldstrafen, und der Führerschein kann von den ausländischen Behörden einbehalten werden. Er wird danach an die zuständige Führerscheinstelle am Wohnort geschickt, der Besitzer kann ihn
später dort abholen.

In einem verkehrsberuhigten Bereich ist Tempo 30 erlaubt.

Falsch. Autos, Motor- und Fahrräder dürfen nur Schrittgeschwindigkeit fahren, das heißt zwischen 4 und 7 km/h. Fuß­ gänger können die Straße in ihrer ganzen Breite nutzen. In einem „verkehrsberuhigten Bereich“ (Zeichen 325.1) spielt der Fahrzeugverkehr eine untergeordnete Rolle, auf die klare Trennung von Fahrbahn, Gehweg, Radweg wird verzichtet. Auf der Straße sind Kinderspiele erlaubt, Parken ist grundsätzlich verboten.

Der Führerschein ist erst ab 0,5 Promille am Steuer in Gefahr.

Nein, manchmal reichen auch schon weniger Promille. Und zwar dann, wenn der Fahrer alkoholtypische Ausfallserscheinungen zeigt, z. B. Schlangenlinien fährt, oder wenn er einen Unfall verursacht. Dann droht ab einem Blutalkoholwert von 0,3 Promille neben einer Geldstrafe auch der Entzug der Fahrerlaubnis für mehrere Monate.

Rechts vor links gilt auch, wenn der Autofahrer rückwärts aus der bevorrechtigten Straße fährt.

Stimmt. Die Verkehrsvorschrift greift auch, wenn Fahrzeuge rückwärts aus
einer Straße fahren, z. B. in Sackgassen, wo kein Platz zum Wenden ist. Allerdings besteht beim Rückwärtsfahren eine besondere Sorgfaltspflicht. Passiert ein Unfall, haften beide Beteiligten.