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Alkohol, Drogen und Medikamente


Gefahrenquelle Alkohol

Jährlich kommen in Deutschland zirka 900 Menschen durch Alkohol im Straßenverkehr ums Leben! Die meisten dieser Unfall wären nüchtern nicht passiert!

Alkoholabbau
Unter günstigen Voraussetzungen werden gerade mal 0,1 Promille Alkohol pro Stunde im Körper abgebaut. Wer also um zwei Uhr morgens mit 1,4 Promille Alkohol ins Kissen sinkt, verliert den Führerschein auch noch, wenn er bei einer Fahrt morgens um acht erwischt wird!

Risoko Führerscheinverlust
Es gilt ein absolutes Alkoholverbot für alle motorisierten Verkehrsteilnehmer in der Probezeit, mindestens aber bis zum 21. Geburtstag.
Auch wenn es nicht zum Unfall kommt, drohen euch, wenn die Polizei euch alkoholisiert erwischt, eine Geldbuße, Punkte in Flensburg und ein Aufbauseminar.

Als "blaue" Fahrer riskiert ihr außerdem, dass die Versicherung nicht zahlt, wenn es zu einem Unfall kommt. Mitfahrer oder andere Geschädigte können, wenn sie bei einem solchen Unfall verletzt werden, Schmerzensgeld vom Fahrer fordern.

Wegen Alkohol zum Psychotest
Wer als Fahrer mit 1,6 Promille oder mehr am Steuer - und übrigens auch auf dem Fahrrad - erwischt wird, muss eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) absolvieren. Dies ist auch schon bei niedrigeren Alkohol-Blutwerten der Fall, wenn ihr z.B. schon zum zweiten Mal mit Alkohol am Steuer erwischt werdet. Die MPU, umgangssprachlich oft Idiotentest genannt, ist eine Prüfung, bei der festgestellt wird, ob ihr zum Autofahren geeignet seid.
Sie besteht einerseits aus einer medizinischen Untersuchung, bei der z.B. die Leberwerte gemessen werden. Hinzu kommt eine psychologische Untersuchung, bei der mit bestimmten, kniffligen Tests geprüft wird, ob nach wie vor die Fähigkeit besteht, am Straßenverkehr teilzunehmen. In einem Gespräch wird man zudem von einem Psychologen durchleuchtet. Der entscheidet auch, ob der Führerschein nach Ablauf der Sperrfrist wieder ausgegeben werden kann.

Es ist nicht einfach die MPU zu bestehen; deshalb solltet ihr euch mit professioneller Hilfe vorbereiten. Und wer einmal durchgefallen ist, hat einen umständlichen Weg vor sich: Er darf nur dann jemals wieder ein motorisiertes Fahrzeug lenken, wenn er die MPU bei einem Neuanlauf besteht.

Drogen am Steuer
Ähnlich wie Alkohol und Medikamente schränken Drogen das Reaktions- vermögen ein und setzten das Konzentrationsvermögen herab, das fürs Auto- und Zweiradfahren nötig ist. Zudem können Persönlichkeitsveränderungen auftreten und das eigene Fahrvermögen wird überschätzt. Nach Schätzungen sterben in Deutschland jährlich rund 150 Menschen bei Verkehrsunfällen in Zusammenhang mit Rauschgift. Bis zu 100.000 Autofahrer stehen regelmäßig unter Drogeneinfluss und gefährden nicht nur ihr, sondern auch das Leben anderer Verkehrsteilnehmer.

Strafen bei Drogenmissbrauch
Wer Drogen nimmt, sollte bedenken, dass dies – neben gravierenden Gefahren für die Gesundheit – auch den Führerschein gefährdet bzw. unter Umständen erst gar keiner gemacht werden kann. Körperliche und gesundheitliche Fitness sind Voraussetzungen für die Prüfungszulassung – und die müssen gegbenenfalls ärztlich nachgewiesen werden. Es reicht schon der Verdacht auf Drogenkonsum aus - egal, ob man als Fußgänger, Radfahrer oder im Auto kontrolliert wird - dass die Führerscheinstelle eine medizinisch-psychologische Untersuchung anordnen kann. Den Schein dann wieder zu bekommen oder überhaupt machen zu dürfen, wird schwer und teuer!

Der Gesetztgeber übt bei illegalen Drogen "Null"-Toleranz, das heißt, es gibt keine Grenzwerte für eine relative oder absolute Fahruntüchtigkeit, wie beim Alkohol.
Wer unter der Wirkung von Drogen beim Führen eines Kraftfahzeuges erwischt wird, auch wenn er noch keine Ausfallerscheinungen zeigt, wem über einen Bluttest illegale Substanzen im Blut nachgewiesen wurden, der verliert den Führerhschein! Diese Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG kostet Ersttäter, unabhängig davon, wie hoch die Wirkstoffkonzentration im Blut war, einen Monat Fahrverbot, vier Flensburg-Punkte und eine Geldstrafe von mindestens 500 EUR; dazu kommt noch die MPU. Für Wiederholungstäter werden schon 1000 Euro, 4 Punkte und 3 Monate Fahrverbot fällig.
Wer dagegen unter Drogen Fahrunsicherheiten zeigt oder an einem Unfall beteiligt ist, begeht eine Straftat. Das Fahrzeug wird von der Polizei abgestellt und der Führerschein einbehalten. Werden tatsächlich Drogen im Blut nachgewiesen, wird ein Strafverfahren eingeleitet. Die Konsequenzen hier reichen mindestens von einer Geldstrafe in Höhe eines Montasgehalts bis zur Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren, sollte durch die Drogenfahrt der Straßenverkehr gefährdet worden sein. Der Führerschein ist für mindestens 10 Monate weg, 7 Punkte werden in Flensburg registriert und eine medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) ist vor der Neuerteilung des Führerscheines Pflicht.

Verlust des Versicherungsschutzes
Auch die versicherungsrechtlichen Folgen einer Drogenfahrt können gravierend sein. Die Kaskoversicherung kann die Zahlung verweigern, die Haftpflicht Regressforderungen stellen.


Aktuell: Alle Informationen der ADAC Verkehrsexperten zum Thema Drogen im Straßenverkehr könnt ihr einem neuen ADAC Flyer entnehmen.
Hier könnt ihr den Flyer als PDF herunterladen: Drogen im Straßenverkehr

Wegen Drogen zur MPU
Drogen- und Alkoholkonsum sind die häufigsten Gründe für eine MPU. Eine MPU ist vorgeschrieben, wenn der begründete Verdacht auf Drogenkonsum besteht oder der Konsum bewiesen ist. Wer die MPU nicht besteht ist den Führerschein los. Wohlgemerkt: Dazu muss man nicht bei einer Polizeikontrolle hinter dem Steuer ertappt worden sein. Es reicht, wenn bekannt wird, dass Drogen eingenommen wurden. Der Staat betrachtet Drogenkonsum als Eignungsmangel, der die Entziehung der Fahrerlaubnis rechtfertigt.

Übrigens: Wenn wir hier von Drogen sprechen, sind immer illegale Drogen gemeint. Alkohol und Medikamente können ebenfalls als Drogen bezeichnet werden, sind aber nicht verboten und damit von verbotenen Drogen abzugrenzen! Laut §24a des StVG handelt die Person ordnungswidirg, die unter der Wirkung von z.B. Heroin, Morphin, Cannabis, Kokain, Speed oder Ecstasy ein Kraftfahrzeug führt.

 

DrogeWirkung
CannabisWirkt zunächst dämpfend, später setzt Ausgelassenheit ein. Das Reaktionsvermögen leidet. Gefährliche Situationen können nicht mehr richtig eingeschätzt werden
KokainKommunikationsfähigkeit, Leistungskraft und Stimmung werden deutlich verbessert. Doch ein bis zwei Stunden nach der Einnahme folgt eine extreme Erschöpfungsphase
EcstasyVertreibt Müdigkeit und intensiviert die Sinneseindrücke. Die Risikobereitschaft nimmt zu. Gleichzeitig kann Ecstasy Psychosen und Depressionen auslösen
LSDLöst Visionen aus - z.B. farbiges Sehen von Tönen. Kehrseite sind Horrortripps und die Gefahr schwerer Psychosen. Konsumenten neigen zu wahnhafter Selbstüberschätzung
HeroinFast unmittelbar nach dem Konsum setzt die euphorisierende Wirkung ein. Doch der Preis ist hoch: Es kann zu Bewusstlosigkeit und Atemlähmung mit Todesfolge kommen
Crystal MethHebt das Selbstwertgefühl, senkt Schlafbedürfnis und Schmerzempfinden. Noch Tage nach dem Konsum können Wahnvorstellungen auftreten

Gefahrenquelle Medikamente

Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass schon bei jedem fünften Verkehrsunfall Medikamente im Spiel sind. Genauere Zahlen gibt es nicht, denn ein Polizist kann nach einem Unfall schwer entscheiden, ob ein Autofahrer nun unter Schock oder unter Medikamenteneinwirkung steht. Die Wirkung von Medikamenten auf den Autofahrer ist ähnlich fatal, wie die des Alkohols.

Liste der Medikamente, die sich negativ auswirken:

  • Schlaf- und Beruhigungsmittel
  • Psychopharmaka
  • Aufputschmittel und Appetitzügler
  • Mittel gegen Allergien, Erkältungen und Reisekrankheiten
  • Narkosemittel
  • Alkoholhaltige Arzneimittel
  • Schmerzmittel

Wechselwirkungen
Bestimmte Medikamente können sich gegenseitig beeinflussen. So kann das sonst relativ harmlose Vitamin C die Wirkung von barbiturathaltigen Medikamenten verstärken. Noch unheilvoller ist die Wechselwirkung von Alkohol und Medikamenten. Alkohol kann den Verbleib von Medikamenten im Körper verlängern – auch wenn der Alkohol erst Stunden nach der Medikamenteneinnahme konsumiert wird.



Informationen zu Strafen bei Drogenfahrten im europäischen Ausland bekommst du hier