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Ordnungswidrigkeit oder Straftat?

ADAC: Ordnungswidrigkeit oder Straftat?

Wer andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, grob verkehrswidrig und rücksichtslos handelt, macht sich strafbar. Doch wo liegt der Unterschied zwischen Ordnungswidrigkeit und Straftat? Wir stellen dir sieben schwere Verkehrsverstöße und ihre Folgen vor.

1. Unfallflucht ist kein Kavaliersdelikt
Ordnungswidrigkeit: Autofahrer, die ein parkendes Fahrzeug anrempeln und beschädigen, werden von der Polizei mit bis zu 35 Euro verwarnt.
Straftat:
Wer nach dem kleinsten Crash einfach wegfährt, obwohl er den Unfall bemerkt hat, bezahlt eine Geldstrafe. Zusätzlich riskiert er seinen Führerschein und den Versicherungsschutz.

2. Rowdys in der Tempo-30-Zone
Ordnungswidrigkeit: Wer mit 50 km/h in einer Tempo-30-Zone fährt, zahlt laut Bußgeldkatalog 35 Euro, Punkte gibt es dafür keine.
Straftat: Fahrer, die hier zu schnell unterwegs sind und dabei rücksichtslos oder grob verkehrswidrig z.B. an einer Einmündung die Vorfahrt der von rechts kommenden Verkehrsteilnehmer missachten, gefährden den Straßenverkehr. Werden andere deshalb zu einer Notbremsung gezwungen, heißt es im Gerichtsurteil häufig: 45 Tagessätze Strafe und Entzug der Fahrerlaubnis.

3. Fußgänger gefährdet? Handy macht dich zum Straftäter
Ordnungswidrigkeit: Mit dem Handy oder Smartphone am Steuer erwischt zu werden, bedeutet 60 Euro Geldbuße und einen Punkt.
Straftat: Rücksichtslose Fahrer, die wegen des Telefons am Ohr Fußgänger auf dem Zebrastreifen gefährden, werden zu einer Geldstrafe verurteilt und gehen selbst nicht weniger als sechs Monate zu Fuß.

4. Crash mit Promille: Schluss mit Fahren
Ordnungswidrigkeit: Autofahren mit 0,5 Promille kostet 500 Euro, einen Monat Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg – aber nur, wenn nichts weiter passiert.
Straftat: Wer mit demselben Alkoholgehalt einen Unfall verursacht, muss mit mindestens 45 Tagessätzen Strafe rechnen, und die Fahrerlaubnis ist mindestens sechs Monate weg. Außerdem gibt es Probleme mit der Versicherung: Sie wird den vollen Schaden nicht bezahlen bzw. Regress fordern.

5. Drängeln mit Lichthupe gilt als Nötigung
Ordnungswidrigkeit: Wer auf der Autobahn zu nahe auf den Vordermann auffährt, z.B. bei 120 km/h nur 20 Meter Abstand hält, zahlt 100 Euro und kriegt einen Punkt in Flensburg.
Straftat: Wird das vorausfahrende Fahrzeug dabei mit Lichthupe zum Spurwechsel gedrängt, ist das Nötigung. Bei einer Verurteilung drohen häufig 30 Tagessätze und sechs Monate Sperrfrist für den Führerschein.

6. Überholen trotz Verbot: Geht’s noch?
Ordnungswidrigkeit: Autofahrer, die ein Überholverbot missachten, bezahlen 150 Euro Geldbuße und bekommen einen Punkt.
Straftat: Überholen Verkehrsrowdys trotz Verbots an einer unübersichtlichen Stelle und zwingen den Gegenverkehr zum Ausweichen auf die Bankette, wird das als Straftat geahndet. Kosten: mindestens ein Monatsgehalt. Und der Führerschein ist auch futsch.

7. Teurer Bleifuß: Trotz roter Ampel aufs Gaspedal
Ordnungswidrigkeit: Fährt ein Verkehrsteilnehmer aus Unachtsamkeit über eine Ampel, die bereits länger als eine Sekunde rot war, gibt es
200 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot.
Straftat: Gibt ein Autofahrer trotz roter Ampel noch mal richtig Gas, um über die Kreuzung zu kommen, und gefährdet dadurch andere Verkehrsteilnehmer, wird er zum Straftäter. Die Folgen: auf jeden Fall 30 Tagessätze Strafe und Führerscheinentzug.